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Arbeitshilfen

Thenkreis "Brot"

Unser tägliches Brot lass uns teilen

Unsere modernen Medien machen es möglich, dass Menschen voneinander wissen, obwohl sie in verschiedenen Kulturkreisen leben. Eine Gruppe, staubiger, nackter Kinder stand vor einer Elendshütte. Beine und Arme waren ganz dünn. Nur der Bauch war dick. Die Kinder bewegten sich kaum.

Das kleinste der Kinder, ein Mädchen, wurde größer und größer bis das Gesicht das ganze Bild ausfüllte. Die Haare standen schmutzig und verfilzt vom Kopf ab. Der dünnlippige, blutleere Mund bildete fast einen Strich. Einige Fliegen krochen in den Winkeln der Augen herum, doch diese zuckten nicht einmal, um sie zu verscheuchen. Groß und weit geöffnet starrten sie auf den gedeckten Tisch mit den dampfenden Nudeln. Die Hand der Mutter, die gerade einen Löffel zum Mund führte, erstarrte. Der Vater kaute etwas langsamer. Der Sohn schaute weg und füllte noch eine zweite Kelle Fleischsoße nach.

Das Bild des Mädchens ging nicht weg. Ihre Augen wurden größer und größer und brannten sich durch den Bildschirm hindurch. Plötzlich war der Autolärm von draußen verstummt. Überdeutlich hörte man das Ticken der Wanduhr. Der Vater wollte wohl etwas sagen und räusperte sich. Das Geräusch war aber so laut, dass er erschrak und nur schluckte. Die Mutter schaute interessiert zu, wie sich die Soße auf dem Teller ihres Sohnes breiig und zäh über die Nudeln verteilte. Im Zeitlupentempo begann der Sohn mit Löffel und Gabel Soße und Nudeln zu vermischen. Endlich merkte der Fernseher, was sich gehörte und schaltete zurück zum Nachrichten­sprecher.

Thomas Klocke in Reli Real 5, Unterrichtswerk für katholische Religionslehre an Realschulen, S. 64, München, 2003.