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Arbeitshilfen

Themenkreis "Brot"

Wahrnehmungsübung: Mit einem kleinen Korn fängt alles an – meditative Übung

Die folgende Übung kann Kindern bewusst machen, dass Brot mehr ist als nur ein Nahrungsmittel. Von da aus kann in weiteren Schritten das Verständnis dafür wachsen, dass Brot Symbol sein kann für alles, was Menschen zum Leben brauchen.

Die Kinder sitzen nach Möglichkeit im Kreis. Eine Schale mit Weizenkörnern steht auf einem braunen Tuch in der Mitte. Daraus bekommt jedes Kind ein Korn in die geöffnete Hand gelegt.

Wir spüren, wie das Korn „an-kommt“.
Wir drücken es zwischen den Fingern. Wird spüren: Es ist hart...
Wir schauen es an: Es ist klein, länglich...
Wir drücken aus, was uns dazu in den Sinn kommt.
Wenn das Korn sprechen könnte, würde es vielleicht sagen:
Ich bin ein kleines Weizenkorn.
In deiner Hand bin ich nur ein winziges Ding, wie tot.
Doch in mir steckt eine wunderbare Kraft.
Ich warte nur darauf, dass ich n die Erde ausgesät werde.

Die Körner werden auf das braune Tuch in der Mitte gelegt. Die Kinder schließen die Augen.

In der Erde verborgen warte ich auf den Regen und die Sonne.
Im Dunkeln fange ich an zu wachsen:
Meine Schale wird weich.
Wurzeln wachsen aus mir in die Erde hinein.
Ein winziger Trieb streckt sich nach oben aus.
Eines Tages durchbricht er die Erde.
Erwird immer größer und kräftiger.
Ein Halm wird aus mir.
An der Spitze bildet sich eine Ähre mit vielen Körnchen darin.
Sonne und Regen lassen die Körner reif werden.
Die Ähre wird goldgelb und schwer.
Ebenso wie die vielen anderen Ähren auf dem Weizenfeld
Bald wird der Bauer kommen und ernten.

Die Kinder öffnen die Augen wieder. Ein Stück Brot wird neben die Schale auf das Tuch gelegt.

Brot ist unsere Mitte.
Brot, das aus solchen Körnern gebacken wurde.
Wir lassen das Brot zu uns sprechen:
Was könnte es sagen von seinem Weg vom kleinen Weizenkorn, das in die Erde fällt, bis hierher zu uns?
Was könnte es erzählen von den Menschen, die mit ihm umgegangen sind, vom Bauern und seiner Arbeit bis hin zu den Menschen, die das Brot anschneiden?

Die Kinder erzählen frei.

Wir schauen auf die Körner und das Brot in unserer Mitte.
All das, woran wir gedacht haben, und noch viel mehr
steckt unsichtbar in den Körnern und im Brot.
Doch mit den „inneren“ Augen können wir es sehen:
Das Brot verbindet uns mit Sonne und Regen,
mit Luft und Wind und mit der Erde,
mit all den Kräften der Natur.
Wenn wir es essen, nehmen wir Kraft zum Leben in uns auf.
Brot verbindet uns auch mit den Menschen, die mit ihm zu tun hatten.
Brot wird zum Zeichen der Gemeinschaft mit ihnen.
Manche Christen zeichnen ein Kreuz auf das Brot, ehe sie es anschneiden...

Die Kinder äußern sich spontan.

Die Anregungen sind entnommen aus dem Heft "Materialien für den Religionsunterricht an Grundschulen, Handreichungen zu ausgewählten Themen des Lehrplans, Hrsg. Kath. Schulkommissariat in Bayern, Mai 2003, S. 101