Aktuelles | Misereorprojekt | Schulaktionen | Soliläufe | Solibrot | Kontakt | Startseite
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden

Arbeitshilfen

Themenkreis Brot

Brote aus Stein (Märchen)

Das Märchen macht bewusst: Wenn Menschen nicht bereit sind, das Brot von dem sie mehr als genug haben, mit Notleidenden zu teilen, kann dieses Brot für sie zu Stein werden, das heißt, sie können selbst davon nicht mehr leben. Die Kinder überlegen, wofür die Symbole „Brot“ bzw. „Steine“ im Märchen stehen können.

Da ist einmal eine sehr arme Frau gewesen, die hatte drei Kinder. Und eine sehr reiche Frau, die hatte auch drei Kinder. Die reiche Frau war so geizig, dass sie der armen nie hat etwas abgeben wollen.Nun hatte die arme Frau wieder einmal kein Brot für ihrer drei Kinder. Und die Kinder hatten so großen Hunger. Da ist die arme Frau zu der reichen gegangen und hat gesagt: „Bitte gibt mir doch ein Brot für meine armen Kinder! Die hungern gar so sehr!“

„Ich habe selber kein Brot“, sagte die reiche Frau, „wie soll ich dir dann etwas geben?“ „Ach“, sagte die Arme, „du bist doch so reich. Gewiss hast du ein bisschen Brot im Schrank.“ „Nein“, sagte die Reiche, „wenn ich auch bloß ein Stückchen habe, dann soll Gott es mir in Stein verwandeln!“ Da ist die arme Frau weggegangen und hat geweint. Und die reiche Frau sagte zu ihren Kindern: „So, jetzt will ich euch mal ein feines Butterbrot machen.“

Und sie ging an den Schrank und wollte ein Brot herausholen. Aber da sind alle Brote im Schrank Steine gewesen. „Das schadet nichts“, sagte die reiche Frau. Sie gab den Kinder Geld und einen Korb und sagte: „Geht zum Bäcker, Kinder, und holt drei neue Brote!“ Das sind die Kinder gegangen, aber es hat sehr lange gedauert, bis sie wiedergekommen sind. „Warum seid ihr so lange geblieben?“ fragte die reiche Frau. „Mutter,“ sagten die Kinder, „der Korb mit den Broten war so entsetzlich schwer.“

Da machte die reiche Frau den Korb au – ja, und da waren auch diese Brote zu Stein verwandelt. Da ist sie erschrocken. Gleich ist sie zum Bäcker gelaufen und hat Brot und Kuchen gekauft für die arme Frau. Und Mehr und Fleisch und Butter hat sie ihr auch mitgebracht. „Frau“ sagte sie, „jetzt will ich nie mehr geizig sein! All mein Brot hat Gott in Stein verwandelt. Wenn es doch nur wieder Brot würde, das meine Kinder essen könnten!“ Und dann ist sie nach Hause gegangen, die reiche Frau. Und siehe da, alle Steine in ihrem Schrank sind wieder Brot gewesen. Und von nun an ist die reiche Frau gut zu den armen Leuten gewesen.

Wilhelm Mattheißen
Aus: Willi Hoffsümmer, Kommuniongeschichten, Mainz (Topos-Taschenbuch Bd. 79), 1979, S. 24 f.

 

 

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.Ok, verstanden.